Nvidia strebt die Abweisung einer Sammelklage an

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Nvidia soll 1,126 Milliarden Dollar an GPU-Verkäufen fälschlicherweise so interpretiert haben, als seien sie von der Nachfrage auf dem Spielemarkt und nicht von der Crypto-Mining-Industrie laut Immediate Edge angetrieben worden.
Der GPU-Hersteller will die Sammelklage mit der Begründung abweisen, es sei unmöglich, den genauen Zweck zu kennen, zu dem die Kunden ihre Produkte gekauft haben
Nvidia behauptet, dass der Bericht, auf den sich die geänderte Beschwerde stützt, nahezu unglaubwürdig ist

Der große Hersteller von Grafikprozessoren (GPUs) und Computer-Hardware Nvidia hat einen Antrag auf Abweisung der vorgeschlagenen Sammelklage eingereicht, in der behauptet wird, dass die Firma in den Jahren 2017 und 2018 mehr als 1 Milliarde US-Dollar Umsatz falsch dargestellt habe.

Nvidia meldete nur ‚Crypto SKU‘-Verkäufe als Verkäufe an Bergleute

Bei den Mainstream-Konsumenten ist Nvidia wahrscheinlich am bekanntesten für seine „GeForce“- und „GTX“-Grafikkarten, die sowohl von Spielern als auch von Krypto-Währungsbergleuten verwendet werden. Im Mai 2017 brachte das Unternehmen jedoch auch „Crypto SKU“ heraus, einen für den Abbau virtueller Währung optimierten Grafikprozessor.

Das Problem tauchte auf, als Nvidia die Verkäufe aus den Jahren 2017 und 2018 veröffentlichte, da die Firma ihre Verkäufe von „Crypto SKU“ nur als Verkäufe an Kryptowährungsbergleute meldete. Einige Investoren behaupten nun, dass Nvidia dadurch fälschlicherweise 1,126 Milliarden Dollar an anderen Verkäufen (GeForce- und GTX-Linien) so dargestellt habe, als seien sie ausschließlich durch die Nachfrage aus dem Spielemarkt angetrieben worden.

Schwer zu wissen, was der Käufer mit der GPU machen wird

Nvidia, die nun einen Antrag auf Abweisung der Sammelklage gestellt hat, macht geltend, dass sie in ihren damaligen Erklärungen gegenüber den Investoren deutlich gemacht hätten, dass es unmöglich war, den genauen Zweck zu kennen, zu dem die Kunden die GPUs kauften. Der Halbleiterhersteller beruft sich auf seine Gewinnaufforderung vom 16. August 2018, in der sich der Firmengründer und CEO Jensen Huang zu den Verkäufen der GeForce-GPUs äußerte:

"Ob sie sie für den Bergbau oder für Spiele kaufen, ist schwer zu sagen.

Vor diesem Hintergrund behauptet Nvidia, dass seine Führungskräfte nicht gelogen hätten, als sie nur einen kleinen Teil ihrer Einnahmen für die kryptogesteuerten Verkäufe ausgaben.

Sammelklage auf der Grundlage fehlerhafter Daten

Der Vertreter von Nvidia betonte auch, dass eine ähnliche Beschwerde schon einmal eingereicht worden sei. Damals stützten sich die Behauptungen der Klage ausschließlich auf einen von der Prysm Group erstellten Bericht, und das Gericht hat die Klage mit der Begründung abgewiesen, dass die Kläger nicht für die im Prysm-Bericht enthaltenen „Annahmen und Analysen“ plädierten.

Darüber hinaus behauptet Nvidia, dass auch die geänderte Klage zum Scheitern verurteilt sei, da sie sich auf einen Bericht der Beratungsfirma Jon Peddie Research aus dem Jahr 2018 stütze, der die Auswirkungen des Krypto-Mining auf den Umsatz der Firma untersuchte. Nvidia diskreditierte den Bericht:

"Die Schätzung von Jon Peddie beruht auf einer Vielzahl von unidentifizierten und unerklärten Annahmen und Eingaben, von denen die [erste geänderte Beschwerde] nicht behauptet, dass Prysm sie überhaupt untersucht hätte. Das macht Prysms Analyse noch weniger zuverlässig als zuvor".

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Nvidia laut Immediate Edge zuversichtlich ist, diesen Fall zu gewinnen, da selbst die geänderte Beschwerde die zuvor vom Richter festgestellten Mängel nicht beseitigt.